Können wir uns auf unser Gefühl wirklich verlassen? Was genau ist dieses Gefühl und wo kommt es her? Meiner Auffassung nach gibt es zwei Dinge, die in diesem Zusammenhang häufig vermischt werden.

Intuition

Das eine ist die Intuition, das, was wir gerne als Bauchgefühl beschreiben. Die Intuition ist eine spontane Eingebung, ohne rationale Ableitung. Für mich erklärt sie sich dadurch, dass alles miteinander in Verbindung steht, also auch wir mit allem in Verbindung stehen. Im energetischen Ursprung, jenseits der Dualität, ist alles eins und alle Informationen sind bereits vorhanden. Wenn wir unser Getrenntsein überwinden und wieder lernen, wie es sich anfühlt, angebunden zu sein an das Große Ganze, an den Ursprung allen Seins, können wir die Antwort oder die Information, die wir in einem bestimmten Moment benötigen, als die leise Stimme der Intuition wahrnehmen.

Erfahrung aus vergangenen Erlebnissen

Das andere Gefühl, das sich oft und häufig auch deutlicher bemerkbar macht, ist ein vornehmlich biochemisches Ergebnis vergangener Erfahrungen und sollte in puncto Vertrauen eher mit Vorsicht genossen werden, da es uns an die Vergangenheit bindet und die Möglichkeit für wahrlich neue, unvoreingenommene Erlebnisse reduziert. Der Neurowissenschaftler Dr. Joe Dispenza beschreibt auf wunderbar einfache Weise, wie wir aufgrund frühester Prägungen und Überzeugungen auf Situationen reagieren, diese Reaktion zur Ausschüttung von Hormonen führt, die in uns dann ein bestimmtes Gefühl hervorrufen, welches wir abspeichern und mit dem Erlebten verbinden. Haben wir diesen Prozess einige Male durchlaufen, sind wir sozusagen konditioniert. Sobald eine bestimmte Situation erlebt wird, stecken wir sie aufgrund der vergangenen Erfahrung damit in eine Schublade und verpassen die Chance für neue Gefühle, für Wachstum, für Wandel. Wir bringen uns so um die Möglichkeit, dass das Leben Überraschungen für uns bereithält. Dass wir unsere Zukunft selbst gestalten können und nicht alles vorhersehbar ist.

 

Achtsamkeit als Schlüssel

Um diesen unbewusst ablaufenden Prozess zu unterbrechen bedarf es vor allem Achtsamkeit. Befinden wir uns in einer bestimmten Situation, so haben wir ein Gefühl und reagieren prompt. Dieses Gefühl gilt es wahrzunehmen, von der Intuition zu unterscheiden und dann – nicht darauf zu reagieren, wenn wir Veränderung in unserem Leben wollen. Das ist die Weggabelung, an der wir uns für Wandel oder für Altbekanntes entscheiden. Wahrnehmen, nicht reagieren und genau JETZT den Gedanken fassen, den ich denken möchte, der meiner gewünschten Version von mir und meinem Leben entspricht und der das entsprechende Gefühl dazu aufkommen lässt. Das ist der Weg, wie alte Verbindungen im Gehirn überschrieben werden und neue neuronale Netzwerke entstehen, die in eine von der Vergangenheit losgelöste Zukunft führen, in der alles möglich ist.

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